Sie sind hier: Home

Nicht mehr unbegleitet.....

SPFH stellt sich den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen mit der Eröffnung von Jugendwohngemeinschaften für unbegleitete minderjährige Ausländer

Seit dem 21.10.2015 ist die Sozialpädagogische Familienhilfe in einem neuen Arbeitsfeld tätig. Im Rahmen einer Jugend-wohngemeinschaft nach §34 SGB VIII begleitet ein Team aus momentan vier Sozialarbeiterinnen und einer DHBW-Studentin unter der derzeitigen Leitung von Karin Haller fünf männliche, unbegleitete und bei der Aufnahme noch minderjährige Flüchtlinge. Die Jugendlichen sind im Alter von 16-18 Jahren und kommen aus Syrien, Afghanistan und Pakistan und leben nun in einer Wohngemeinschaft zusammen. Die Ziele der Hilfe orientieren sich am Bedarf des jeweiligen Jugendlichen, perspektivisch geht es aber bei allen um Integration und Verselbständigung. Soweit die Rahmenbedingungen. In der Praxis glich die Arbeit einem Sprung ins kalte Wasser. Nachdem wir die Betriebserlaubnis erhielten, hatten wir knapp zwei Wochen Zeit, um die Wohnung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg einzurichten, eine Konzeption auszuarbeiten, den finanziellen Rahmen zu klären und Termine mit den zuständigen Kooperationspartnern zu vereinbaren. Dann war es soweit: am 21. Oktober holten wir die ersten Jugendlichen ab, die bisher in der örtlichen Inobhutnahme-Gruppe oder einer anderen Jugendhilfemaßnahmen betreut wurden. Sie hatten eine Plastiktüte mit ihren Habseligkeiten unter dem Arm und ein Lächeln im Gesicht. Die Freude war groß, nun endlich nach Wochen oder Monaten auf der Flucht, an einen Ort zu kommen, an dem sie vorerst bleiben können. Inzwischen ist ein wenig Alltag eingekehrt, die Jugendlichen besuchen die Schule oder den von uns angebotenen Deutschkurs. Sie lernen sehr schnell und die Verständigung funktioniert von Tag zu Tag besser. Wir unterhalten uns auf Deutsch- und wenn das nicht ausreicht auch mal mit Händen, Füßen oder einer Übersetzer-App. Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam Alltagsstrukturen, besprechen den Umgang mit Konflikten, dem deutschen Gesundheitssystem und Behörden. Parallel arbeiten wir uns in das Asylrecht ein. Die Arbeit gefällt mir und die Stimmung im Team ist gekennzeichnet durch Offenheit, Humor und Neugier auf beiden Seiten. Die Jugendlichen lernen Plätzchen und Lebku-chen kennen und wir werden zu aloo mit chapati (würzigem Kartoffelgemüse mit Fladenbrot) eingeladen. Erwin Burkhardt, Bereichsleiter der Sozialpä-dagogischen Familienhilfe, sagt: „Wir wurden fast über Nacht vom bisher ambulanten Träger der Familienhilfe zum nun auch stationären Träger der Jugendwohngemein-schaft und hatten einen guten Start. Aufgrund des großen Bedarfs ist eine Erweiterung auf weitere Jugendwohngemeinschaften in und um Ludwigsburg zeitnah absehbar.“ Wie es für die bisher aufgenommenen Jugendlichen weitergehen wird, ist derzeit noch unklar. Sie sind zumeist mehrere tausend Kilometer von ihren Familien getrennt, möchten die Erinnerungen an die Erlebnisse in ihren Herkunftsländern und der Flucht vergessen und in Deutschland bleiben. Die Asylanträge wurden gestellt und werden nun im Einzelfall geprüft. Der Ausgang ist jedoch offen.

Vera Braun (Mitarbeiterin in der JWG)

Stand Dezember 2015

Unsere Plätze für das DHBW-Studium ab 2016 sind belegt! Bitte nicht mehr bewerben!!!

 

Erreichbar:

Montag- Freitag
8:30- 12:30 Uhr

Montag- Donnerstag
13:30-17:00 Uhr

Telefon 07141 - 95 42 830
Fax     07141 - 95 42 840

E-Mail

Wegbeschreibung